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Im Gedenken vom Vorstand

 


Nachruf
Prof. Dr. Franz Böhmer
(1943 - 2015)



Mit tiefer Trauer gedenken wir unseres Freundes Franz Böhmer der am 6. April dieses Jahres die gnädige Erlösung von seinem schweren Leiden gefunden hat.

Franz Böhmer gehörte zu jenen Menschen, deren Lebenslauf man schon in seinen frühen Jahren als schillernd bezeichnen kann. Da war zum einen das Studium der Medizin, Grundlage für eine eindrucksvolle akademische Karriere; doch auch zur Bühne fühlte sich Franz unwiderstehlich hingezogen, was ihn eine vollständige Ausbildung in Schauspiel und Gesang absolvieren ließ. Somit konnte seine geschulte Stimme mit ihrem Wohlklang die Menschen in zweifacher Weise erfreuen: einerseits, wenn er Belletristik rezitierte, andererseits mit seinen wissenschaftlichen Vorträgen.

Als Facharzt für Innere Medizin entwickelte Franz Böhmer ein großes Interesse am gesundheitlichen Wohlergehen des Menschen im hohen Alter, was damals, noch nicht „fashionable“, einer Pionierleistung entsprochen hat. In Österreich wird sein Name stets als erster mit dem Begriff der Geriatrie assoziiert. Es ist das unbeirrte Engagement von Franz Böhmer, welchem die Geriatrie ihren heutigen prominenten Stand unter den medizinischen Fächern verdankt. Ihre Bedeutung hat er in einschlägigen Gesellschaften etabliert und gefestigt, die Praxis in seinen Funktionen als Vorstand von Abteilungen vorexerziert, zuletzt im Geriatriezentrum im Wiener Sophienspital.
Die essentielle Verbindung zwischen der wachsenden Zahl sehr alter Patienten und den jüngeren Ärztegenerationen geht auf seine Initiative zurück, die geriatrische Fortbildung in Seminaren der Ärztekammer anzubieten. Das Spektrum dieser Veranstaltungen war breit und praxisnahe, die Vortragenden wurden von ihm persönlich ausgesucht und motiviert. Nicht wenige seiner Kolleginnen und Kollegen haben wohl auch in ihrem Spezialgebiet profitiert durch die Herausforderung, dem Segment der Hochbetagten mehr fachliche Aufmerksamkeit zu schenken.

Aufgrund all dieser Qualitäten war Franz Böhmer praedestiniert, die MKÖ mit seinem Wissen und seiner Persönlichkeit zu bereichern, zumal das Leiden Inkontinenz mit den Lebensjahren deutlich zunimmt. Im Jahre 1996 wurde er vom damaligen Ersten Vorsitzenden, Helmut Madersbacher, in den Vorstand unserer Gesellschaft berufen, deren Orientierung in Richtung der Geriatrie fortan von ihm geprägt worden ist. Franz Böhmers fachlicher und menschlicher Einsatz in unserer Gesellschaft kannte keine Halbherzigkeit. Er war stets präsent mit Anregungen und Ideen. Wir verdanken ihm zahlreiche Vorträge bei unseren Tagungen, mit denen das Wissen um die Probleme des Alters mit beispielhafter Souveränität vermittelt wurde: Klar strukturierte, angenehm sparsam gestaltete Bilder, kommentiert mit einer Sprache, deren Timbre uns unvergesslich bleibt.
Seine natürliche Autorität kontrastierte mit persönlicher Bescheidenheit, seine Gesprächskultur war von Humor getragen, breite Bildung und reiche Erfahrung wurden ohne jeden Anflug von Belehrung eingebracht.

So ist es nur natürlich, dass wir ihn schweren Herzens ziehen ließen, als er seine Funktion im Vorstand im Jahre 2010 zurücklegte, nicht zuletzt um jüngeren Vertretern seines Faches die Möglichkeit der Mitarbeit zu geben. Bei unserer Jahrestagung 2013 in Linz wurde Professor Franz Böhmer die Ehrenmitgliedschaft der MKÖ verliehen – ein Anlass, bei welchem wir ihn nur allzu gerne in unserer Mitte gesehen hätten, auch um ihn unsere Sympathie und die Wertschätzung seines Wirkens sozusagen hautnah spüren zu lassen. Zu dieser Zeit aber hatte ihn sein böses Leiden schon in den Fängen und verwehrte es ihm, die Urkunde persönlich entgegen zu nehmen. Es ist eine bittere Ironie des Schicksals, dass die Krankheit dem Mann, der so gern und angenehm zu sprechen wusste, die Stimme nahm und damit die Möglichkeit, uns mit seinem geplanten Festvortrag zu erfreuen.
Als ich unserem Ehrenmitglied dann im April 2014 endlich die Urkunde in seinem Domizil in Graz überreichen konnte, war er, der inzwischen zahlreiche weitere Therapien mit all der Unbill ihrer Nebenwirkungen hinter sich gebracht hatte, noch voller Zuversicht und Sehnsucht: „Max, Du bringst mir das Flair der großen weiten Welt aus Wien hierher.“ So sehr er sich privat zu Hause in Graz auch wohlgefühlt hatte, der ungebrochene berufliche Tatendrang war eben mit dem Gedanken an seine früheren Wirkungsstätten in Wien verbunden.

Vor wenigen Wochen ist unser Freund Franz nun in eine unendlich weite Welt hinübergegangen – nach vielen schlimmen Monaten des Kampfes gegen den Tumor, mit dem quälenden Wechsel der Erleichterung während Remissionen, der seelischen Belastung durch Rückschläge. Als junger Mann war er Sekretär eines Bischofs in Wien gewesen. Daher war Franz Böhmer ein Mann von festem Glauben, der ihm wohl die Kraft gegeben hat, dieses Schicksal mit heroischer Geduld zu ertragen.

Er hat uns ein Gedicht aus eigener Feder hinterlassen:

Es war sehr schön,
ich habe gern gelebt,
nun muss ich gehen
und hoffe auf ein Wiedersehen.


Lieber Franz,
wir behalten Deine Worte im Gedächtnis, wir tragen Dein Bild im Herzen, wir werden Dich nie vergessen.

Max Wunderlich
für die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich

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In Memoriam
 
wirklicher Hofrat Univ. Doz. Prim. Dr. Walter Kuber 1948 - 2013


Walter Kuber wurde 1948 in Wien geboren. Nach dem Medizinstudium an der Universität Wien erhielt er seine Facharztausbildung an der Urologischen Universitätsklinik.
1981 übersiedelte er in das Burgenland und war über viele Jahre geschäftsführender Oberarzt an der neugegründeten urologischen Abteilung am Schwerpunktkrankenhaus Oberwart.

Bereits an der Universitätsklinik in Wien und dann später in Oberwart verfasste Walter Kuber zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die zur Erlangung der Lehrbefugnis als Universitäts- Dozent führten.

Über zwanzig Jahre war Doz. Kuber Obmann der Fachgruppe Urologie im Burgenland und hat in dieser Funktion die Urologie entscheidend weiterentwickelt.
Von 2002 bis 2008 war er auch Präsident der österreichischen Krebshilfe Burgenland.

Seit der Gründung der Landesgruppe Burgenland der MKÖ, war Walter Kuber in vortrefflicher Weise aktiv in die Tätigkeiten der MKÖ eingebunden.

Für mich persönlich war er kongenialer Partner, der die Interessen der Urologie und des Landessüdens bestens in die MKÖ einbrachte.

Mit dem Tod von Walter Kuber betrauern wir den Verlust einer allseits geachteten Persönlichkeit, die die Urologie im Burgenland über Jahrzehnte geprägt hat. Die MKÖ verliert ein aktives und außerordentlich geschätztes Vorstandsmitglied.


Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seinen Kindern.

Univ. Prof. Dr. Lothar C. Fuith

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Nachruf für Maria Pichler,
DGKS, Akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege

Sr. Maria Pichler war neben ihrem großen Engagement im „Tiroler Verein zur Förderung sozial-medizinischer Betreuung und Rehabilitation“, den sie gegründet hat, mit großem Enthusiasmus und einer gehörigen Portion Zielstrebigkeit und Zähigkeit auch Geburtshelferin für die Ausbildung zur Fachschwester/pfleger für Kontinenz- und Stomaberatung.
Die erste dieser Sonderausbildungen in Österreich startete am 18. Sept. 1995 in Innsbruck und wir Teilnehmer wanderten durch viele verschiedene Räume und Hörsäle der Uniklinik, die sie kurzfristig organisierte.
Angesteckt von ihrer Begeisterung für diesen Kurs und seine Lehrinhalte haben wir kleinere Unbequemlichkeiten und organisatorische Schwierigkeiten gerne in Kauf genommen und eifrig für den erfolgreichen Abschluss am 18. Okt. 1996 gearbeitet.
Sie hat es immer wieder geschafft, die verschiedenen Ideen der Mitveranstalter dieser Ausbildung - neben ihrem „Tiroler Verein zur Förderung sozial-medizinischer Betreuung und Rehabilitation“ auch die Medizinischen Gesellschaft für Inkontinenzhilfe Österreich (nun Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich), die TILAK, der Verband Österreichischer Stomatherapeuten (nun Kontinenz-Stoma-Beratung Österreich) und das Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe, unter einen Hut zu bringen.

Damit wurde erstmals in Österreich eine fundierte Ausbildung für Pflegepersonal zu den Themenschwerpunkten Kontinenz- und Stomaberatung angeboten und die Kombination dieser Bereiche hat sich in der Pflegepraxis intra- und extramural sehr bewährt.

Sr. Maria Pichler hat ihre Kraft und ihre Visionen zum Wohle vieler Menschen in mehreren Vereinen weit über ihre Pensionierung hinaus eingesetzt.

Sie wurde 2008 bei der Jahrestagung in Linz zum Ehrenmitglied der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich ernannt und bekam die Urkunde von ihrem Mitstreiter bei der Schaffung der Weiterbildung Kontinenz- und Stomaberatung, Prof. Dr. Helmut Madersbacher, überreicht.

Gerne werden wir Sr. Maria Pichler als eine Frau, die mit Schwung und Elan ihre Ideen tatkräftig umsetzte und viele Menschen mit ihrer Begeisterungsfähigkeit ansteckte, auch als Vorbild in Erinnerung behalten.
Ihre Botschaft an uns „Seid Multiplikatoren“ wollen wir uns zu Herzen nehmen und weiter tragen.

 

Martina Steinbeiß                                                            31. Jän. 2011
DGKS, Kontinenz- und Stomaberaterin
KH Barmherzige Schwestern Linz
Auch im Namen des Vereins Kontinenz-Stoma-Beratung Österreich und der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich

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